Maschinensicherheit und Nachlaufmessung
Maschinensicherheit schützt Menschen,
verhindert Unfälle und Ausfallzeiten
und sorgt für zuverlässige Produktionsprozesse.
Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230) löst am 20.1.2026 die europäische Maschinenrichtlinie (EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG) ab. Sie legt die allgemeinen Anforderungen für die Sicherheit von Maschinen für den gesamten europäischen Wirtschaftsraum fest. Neu sind vor allem die Betrachtung von Cybersicherheit aber auch erweiterte Anforderung and die funktionale Sicherheit und deren Dokumentation.
Die Mindestanforderungen für den Betrieb von Maschinen legt die europäische Arbeitsmittelbenutzungsrichtlinie 2009/104/EG Richtlinie fest (Directive 2009/104/EC – use of work equipment). Die deutsche Umsetzung dieser Richtlinie ist die Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV 2015.
Die Richtlinie wird in den einzelnen EU Mitgliedstaaten in nationale Vorschriften und Gesetze umgesetzt.
Prinzip der Nachlaufmessung
An Maschinen mit gefahrbringender Bewegung ist die Nachlaufzeit der Maschine eine entscheidende Größe für den Einsatz von Schutzeinrichtungen. Die Nachlaufzeit bestimmt im Wesentlichen den Sicherheitsabstand zwischen Schutzeinrichtung und Gefahrenstelle. Somit wird erreicht, dass die Maschine schneller einen sicheren Zustand erreicht als der Bediener die Gefahrenstelle erreichen kann.
Das Nachlaufmessgerät safetyman DT3 ermittelt Nachlaufzeit und -weg. Die komplette Messung geschieht innerhalb weniger Minuten, ein elektrischer Anschluss an die Maschine ist nicht mehr nötig. Der Sicherheitsabstand wird nach europäischem Normen errechnet. Das System besteht im Wesentlichen aus Sensor, Aktuator und Messgerät.
Der Aktuator
… löst bei einer vorbestimmten Position (meistens im Bereich der höchsten Geschwindigkeit) einen Maschinenstopp aus und simuliert somit das Ansprechen der Schutzeinrichtung. Der Aktuator Auto-Hand ist eine elektro-mechanische Einrichtung, die direkt die Schutzeinrichtung der Maschine auslöst. Eine elektrische Anbindung an die Maschinensteuerung ist somit nicht mehr notwendig. Außerdem wird die Gesamtnachlaufzeit gemessen inklusive aller Verzögerungskomponenten der Maschine.
Der Sensor
… erfasst ständig Position und Geschwindigkeit des beweglichen Maschinenteils. Bei linearen Bewegungen ist der Sensor in der Regel ein Seillängengeber. Rotierende Bewegungen oder endlos lineare Bewegungen werden mit einem Reibradenkoder gemessen.
Das Nachlaufmessgerät
… ermittelt mit den Informationen des Sensors die Nachlaufzeit und den Nachlaufweg der Maschine zwischen Stoppsignal und Maschinenstillstand. Gemäß den gültigen europäischen Normen wird die Nachlaufzeit unter Berücksichtigung aller Parameter der Schutzeinrichtung direkt in den Sicherheitsabstand zwischen Schutzeinrichtung und Gefahrenstelle umgerechnet. Automatische Mehrfachmessungen mit statistischer Auswertung erhöhen die Genauigkeit. Alle Messwerte und Parameter werden im Gerät gespeichert und können zu weiteren Dokumentation an ein Computersystem übertragen werden.






